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Ein geglückter, vorsichtiger Start in die Normalität

 

 

Ein geglückter, vorsichtiger Start in die Normalität“ würde ich bezeichnen, worum sich die Pfarreiengemeinschaft Spalter Land in den zurückliegenden Wochen bemüht hat. „Wenn, dann richtig!“ – war die erste Richtlinie, die sie sich gegeben hat, um die Vorgaben von Staat und Kirche umzusetzen.

 

Wir planten also den Gottesdienst von vorne bis hinten durch, beginnend mit der Anmeldung, welche nicht als Schikane gedacht ist, um möglichst viele vom Besuch des Gottesdienstes abzuhalten, sondern um im Ernstfall schnell die Ketten der Weitergabe des Virus feststellen zu können.

Das Telefon und der Anrufbeantworter der Gemeindereferentin (09175/908520) wurden zur Anlaufstation für die Platzreservierungen. Auch der Mesner hatte in der Vorbereitungszeit alle Hände voll zu tun: Ein Tischchen steht am Südeingang, um Trockentücher und ein Desinfektionsmittel dort abstellen zu können; der Eingang selbst wird während der ganzen Ankommphase der Gottesdienstbesucher mithilfe eines Hakens offengehalten, damit niemand die Türklinken anrühren muss; feine blaue Pfeile am Boden zeigen, dass die Sitzbänke vom Mittelgang aus aufgefüllt werden sollen; um die Handauflage der Bänke sind zwei bis drei schmale Klebebänder befestigt, so dass schon von weitem der Platz anvisiert werden kann und seitlich zwei Meter Abstand zu Nachbar oder Nachbarin garantiert sind. Um auch nach vorne bzw. hinten den nötigen Abstand zu halten, sind zwischen jeder zur Nutzung freigegebenen Kirchenbank zwei weitere Bänke durch eine Kordel abgesperrt. So nimmt jeder dann, mit seinem mitgebrachten privaten Gotteslob bestückt und zur Sicherheit aller einen Mund-Nasenschutz tragend in der Bank Platz. Zum Einzug erklingt die Orgel und der Gottesdienst, die Danksagung an Gott, nimmt seinen Lauf.

 

Sicherlich ist die sog. Maske gewöhnungsbedürftig, aber – was ich so höre – gar nicht so schlimm. Und schließlich wollen wir ja nicht mit gleichen Schlagzeilen aufwarten wie die Baptistengemeinde in Frankfurt.

 

Die Lektoren und der Pfarrer sind gut zu verstehen, weil sie zu ihrem Verkündigungsdienst die Maske abnehmen dürfen. Die Orgel stimmt das Halleluja, den Ruf vorm Evangelium, an und sorgt dann zur Gabenbereitung wie zur Kommunion mit getragenen Weisen für eine meditative Stimmung. Zur Gabenbereitung walten die Minis ihres Amtes und zeigen den Moment der Wandlung mit ihren Glöckchen an. Der Friedensgruß, die erste „Neuerung“ in der beginnenden Pandemiezeit, erfolgt durch eine kleine Verneigung vor den anderen; dann zeigt der Zelebrant die Hostie, um die Kommunion einzuläuten. Ich spende sie nach nochmaliger Desinfektion der Hände, mit angelegtem Mundschutz und mithilfe einer Zange, wie sie auch in einer Küche verwendet wird, indem ich sie in bereitgestellte Muffin-Tütchen gebe, die ich dann jedem Kommunikanten wiederum mit der Zange reiche. Dies bedeutet für mich, einen zusätzlichen Schutz vor einer Tröpfchen-Infektion einzusetzen. Auf diese Idee brachte mich ein Mitbruder, der die Kommunion auf einer Untertasse reicht.

 

Mit den beiden Seitengängen und den drei Kirchentüren haben wir die Möglichkeit, im nötigen Abstand die Kirche zu verlassen.

 

Ich habe mich gefreut, wieder einige meiner Schäfchen bei der Feier der Eucharistie um mich zu haben. Mein Gefühl sagt mir, dass wir die Sicherheitsmaßnahmen gut umgesetzt haben und ich wünsche mir natürlich, dass ich in den kommenden Wochen noch mehr Gottesdienstbesucher begrüßen kann.

 

Pfarrer Josef Mederer

 

   

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Sonntag, 31. Mai 2020 18:47
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